Eingehende Steuer- und Feststellungsbescheide müssen gegen die eigene Berechnung aus der Erklärung geprüft werden, Position für Position. Das passiert in vielen Kanzleien weiterhin manuell, obwohl der Ablauf bei jedem Bescheid strukturell ähnlich ist.
Eine veröffentlichte Fallstudie einer Steuerkanzlei mit fünf Mitarbeitenden zeigt eine Reduktion der Prüfzeit von 30 auf 3 Minuten pro Bescheid. Auch größere Kanzleien setzen dafür bereits eigene Automatisierung ein: EY beziffert das Einsparpotenzial bei KI-gestützter Dokumentenanalyse auf bis zu 80 Prozent der manuellen Arbeit.
Ein Chat-Assistent kann einen Bescheid zusammenfassen, aber nicht automatisch mit den erwarteten Werten aus der eigenen Erklärung abgleichen. Dafür braucht es eine Anbindung an die tatsächlichen Berechnungsdaten der Kanzlei, nicht nur einen Text-Prompt.
Kanzleisoftware wie DATEV, Dokumentenablage, E-Mail. Der genaue Tool-Stack hängt von der jeweiligen Kanzlei ab.
Automatisiert wird der Abgleich der Zahlen, nicht die steuerliche Beurteilung. Auffällige Abweichungen werden markiert, die fachliche Einschätzung und Entscheidung bleibt bei der Kanzlei. Das erfüllt zugleich die Pflicht zur menschlichen Aufsicht bei KI-gestützten Entscheidungen nach dem EU AI Act.